Deutschland sucht das beste Produkt – anhand des Nutri-Scores?
Bjarna Liv Lakämper - 4 min read - 29 März 2021
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Vor ein paar Wochen haben wir schon einen Blogpost zum Nutri-Score geschrieben. Was ist der Nutri-Score? Eine Bewertung für Lebensmittel-Produkte, die direkt ersichtlich macht, ob ein Produkt als „gesund“ eingestuft wird oder eben nicht. Es gibt fünf Kategorien von A bis E, A ist ernährungsphysiologisch am günstigsten. Im November 2020 wurde das Label eingeführt, nachdem es in mehreren europäischen Ländern schon lange Zeit genutzt wird und auch wirksam ist. Denn der Nutri-Score macht nicht nur das Vergleichen von Produkten einfacher, sondern es wird auch öfter zum gesunden Produkt gegriffen.

Ich will ein paar Lebensmittel vergleichen. Auch Produkte, die nicht direkt als gesund gelten – wie zum Beispiel Pizza. Innerhalb von Produktkategorien gibt es erhebliche Unterschiede in der Nährstoffzusammensetzung der Lebensmittel, und damit gibt es auch gesündere und weniger gesunde Produkte. Wenn man jetzt also vor dem Tiefkühlregal steht und sich überlegt, welche Pizza man nimmt, dann kann man nach persönlichem Gusto entscheiden und innerhalb der Kategorie „Pizza“ auch danach, welche Sorte am gesündesten ist. Denn das wird direkt und immer sichtbar auf der Vorderseite der Packung mit dem Nutri-Score markiert.

Nummer 1: Joghurt

Bei Joghurt gibt es natürlich viele verschiedene Sorten. Ich habe mich mal für Erdbeer-Joghurt entschieden. Wenn du dir vorstellst, dass du vor dem Kühlregal im Supermarkt stehst, ist da natürlich eine riesige Auswahl. Wahrscheinlich würdest du aus Reflex zu dem Joghurt greifen, der gerade im Angebot ist oder den du immer kaufst. Wenn du jetzt aber einen Moment inne hältst und auf den Nutri-Score achtest, dann kannst du einen Unterschied sehen, denn Erdbeer-Joghurt ist nicht gleich Erdbeerjoghurt.

Ein ganz normaler Erdbeerjoghurt, im 250-Gramm-Becher, mit 19% Fruchtanteil kommt auf einen Nutri-Score C. Wenn man auf die Zutatenliste guckt, ist das nicht verwunderlich, denn nicht nur in der Fruchtzubereitung ist Zucker enthalten, sondern auch das Endprodukt wird nochmal gesüßt. Außerdem wird im Milchanteil ein Fettgehalt von 3,5% angegeben. Den normalen Joghurt kann man vergleichen mit einem Light-Produkt: Nutri-Score A. Was ist jetzt der Unterschied, schließlich sind beides Joghurt-Zubereitungen? In der Light-Version wird Milch genutzt mit einem Fett-Anteil von 0,1% und das macht schon etwas aus. Auch in diesem Beispiel wird etwas Zucker genutzt (versteckt erwähnt als „Sucralose“) aber die Süße kommt aus anderen Süßungsmitteln. Der Fruchtanteil ist mit 20% auch höher. Was den Nutri-Score außerdem noch besser macht, ist der Brennwert, also die Kalorien, die bei der Light-Variante wesentlich weniger sind.

Wenn man nun von den Fruchtjoghurt-Zubereitungen absieht und sich Naturjoghurts ansieht, sind hier fast alle Produkte gut bewertet. Wenn man vegane Produkte auf Sojabasis mit „normalen“ Joghurts vergleicht, gibt es kaum einen Unterschied, alle haben den Nutri-Score A.

Joghurt ist sehr gesund, da es sich um ein fermentiertes Produkt handelt und diese vor allem für unsere Darmgesundheit und das Mikrobiom sehr wichtig sind. So bleiben wir länger gesund, denn unser Immunsystem wird gestärkt und gleichzeitig kann man damit viele leckere, gesunde Rezepte machen!

Mein Lieblingsnack ist zum Beispiel:

150 gr Naturjoghurt

50gr Blaubeeren

20gr Haselnüsse

Etwas flüssigen Honig

Alles zusammen in eine Schüssel geben! Richtig lecker ist, wenn man die Haselnüsse klein hackt und kurz anröstet. Kann man besonders gut abends vor dem Fernseher essen oder auch morgens als Frühstück.

Nummer 2: Pizza

Pizza isst sicher jeder mal gerne, dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Generell sollte eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung das Ziel sein, ohne Verbote und zu harte Einschränkungen. Aber auch bei den Pizzen aus dem Tiefkühlregal gibt es welche, die gesünder sind als andere. Ich habe mir zwei beliebte Geschmacksrichtungen ausgesucht, zum Vergleich: Spinat und Thunfisch. Zunächst mal: Was denkst du, welches ist die gesündere Variante? Die Antwort ist Spinat! Was macht eine Pizza überhaupt „ungesund“? Da sind einmal die Bestandteile: Der Boden aus Weizenmehl, mit vielen kurzkettigen Kohlenhydraten, der Käse, der sehr fettig ist, dann der Belag, der je nach Variante mal mehr, mal weniger gesund ausfällt. Zum Beispiel Salami ist rotes, verarbeitetes Fleisch, das wirklich nicht gut für unsere Gesundheit ist! Spinat-Pizza hat einen Nutri-Score A, Thunfischpizza C. Bei der Thunfischpizza wird viel mehr billiges Pflanzenöl verwendet als bei der Spinatpizza, hier wird auch Olivenöl genutzt. Die Thunfischpizza hat zudem mehr Salz und vor allem mehr Kalorien als die vegetarische Spinatpizza.

Also: Auch bei Pizza kannst du nächstes Mal eine gesündere Entscheidung treffen!

Nummer 3: Müsli

Müsli ist ein Produkt, in dem oft sehr viel Zucker versteckt ist, obwohl man denkt, man würde ein super gesundes „Superfood-Fitness-Granola“-Müsli essen. Oft stecken Unmengen an Zucker in den Produkten. Wenn man dann noch zum Schokomüsli greift, ist daran nicht mehr wirklich viel gesund. Trockenfrüchte sind zwar etwas gesünder, doch haben auch eine sehr hohe Kaloriendichte und sind sehr süß.

Im Vergleich von zwei Produkten, einmal Nutri-Score B und einmal Nutri-Score C, schneidet das Schoko-Müsli im Vergleich zu einem „Crunchy“ Müsli sogar gut ab. Trotzdem haben beide einen Zuckergehalt von 10-20 Gramm pro 100 Gramm trockenem Müsli und auch ca. 15 Gramm Fett. Die beste Wahl sind wohl immer noch Haferflocken. Das zeigt auch der Nutri-Score: A. Haferflocken sind vielseitig einsetzbar und sehr gesund. Ballaststoffe und langkettige Kohlenhydrate halten uns länger satt und gesund!

Eine Schüssel mit Granola und Beeren

Man muss nicht immer Müsli oder Porridge daraus machen, ich nutze Haferflocken auch gerne für Pancakes oder Bananenbrot.

Rezept für Haferflocken-Pancakes:

50 Gramm zarte Haferflocken

1 Banane

1 Ei

1-2 EL Gemahlene Haselnüsse

Etwas Hafermilch bei Bedarf

Die Banane mixen, Haferflocken und Nüsse untermischen. Etwas stehen lassen, sodass die Haferflocken weich werden. Mit dem Ei vermischen. Wenn der Teig zu trocken oder fest ist, etwas Hafermilch eingießen. Mit etwas Öl oder Butter in der Pfanne ausbacken.

Also Spinatpizza und Haferflocken sind jetzt beide gleich gesund, denn beide haben ja den Nutri-Score A? Wenn mal mal darüber nachdenkt, macht das wirklich nicht viel Sinn. Es ist auch nicht primär Zweck des Nutri-Scores, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Vielmehr kannst du durch den Nutri-Score Produkte in einer Kategorie vergleichen, also Pizza mit Pizza und Müsli mit Müsli. Dabei kann der Nutri-Score wirklich hilfreich sein. Achte bei deinem nächsten Einkauf mal darauf, ob du vielleicht eine gesündere Alternative zu deinem gewohnten Produkt findest!

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Bjarna Liv Lakämper
Ich bin Medizinstudentin aus Düsseldorf und ich schreibe über Ernährung, Sport und Gesundheit. Mit diesen Themen beschäftige ich mich schon lange, nicht nur aufgrund meines Studiums, sondern auch, weil ich aus dem Leistungssport komme. Ich bin ein sehr aktiver Mensch, ich mache nicht nur selbst Leichtathletik, sondern helfe auch beim Training der Jugend im Verein und habe ehrenamtliche Engagements. Mir persönlich ist ein gesunder Lebensstil wichtig, aber auch die Ausgewogenheit im Alltag. Aktuell helfen mir dabei kreative Aufgaben und die Verbindung zur Natur! Ich und das ganze Eatearnity-Team freuen uns auf eure Fragen und Anregungen an hello@eatearnity.com.

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