Was bedeutet es, regional einzukaufen?
Bjarna Liv Lakämper - 3 min read - 21 Juni 2021
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Mit „regional einkaufen“ verbinden wir oft frische Produkte, umweltfreundliches Verhalten und einen besseren Geschmack. Durch kürzere Transportwege und die Ernte während der Saison, wenn die Produkte schon reif sind, haben regionale Produkte oft nicht nur eine bessere Umweltbilanz, sondern die Produkte sind auch gesünder, weil diese mehr Vitamine und Nährstoffe enthalten. Diese sind gut für das Immunsystem und unsere Gesundheit. Studien zufolge achten mehr als die Hälfte von uns beim Einkauf darauf, ob die Produkte regional sind. Vor allem im Moment wird es immer populärer auch die lokalen Hersteller zu unterstützen. Bei lokalen Produzenten hat man außerdem meistens eine sehr hohe Qualität, weil diese sich sonst nicht auf dem Markt behaupten können.

Was bedeutet überhaupt „regional“?

Mit dem Begriff gibt es einige Probleme, denn dieser ist nicht geschützt. Die meisten von uns würden als Region zum Beispiel das Bundesland bezeichnen, oder den Wohnort und Umkreis. Doch das ist nirgendwo einheitlich definiert. Deswegen ist der Begriff erst mal etwas irreführend, und man muss die Angabe „regional“ hinterfragen. Deswegen muss man sich fragen, woher das Produkt wirklich kommt, wenn man auf einer Verpackung „regional“ oder „aus der Region“ liest. Worauf man sich verlassen kann sind genaue Ortsangaben wie zum Beispiel „aus dem Rheinland“. Aber zum Beispiel Markennamen, in denen ein Ortsbegriff vorkommt, sind keine Garantie dafür, dass das Produkt wirklich dort produziert wurde. Letztendlich ist es für jeden Ansichtssache, was zur Region gehört und was nicht. Denn es ist nicht gesetzlich geregelt. Trotzdem kannst du beim Einkauf auf einige Dinge achten, um möglichst regional einzukaufen.

Kartoffelernte

Labels als Orientierung im Supermarkt

In vielen Supermärkten gibt es mittlerweile ein regionales Angebot. Vor allem Obst und Gemüse oder Fleisch, sowie Milchprodukte oder Milch können oft im Supermarkt von regionalen Herstellern gekauft werden. Es gibt einige Regionalzeichen, die die Qualität und eine hochwertige Produktion kennzeichnen. Zum Beispiel das Regionalfenster gibt Auskunft, wo das Produkt hergestellt wurde, verarbeitet wurde und gibt noch andere Informationen, wie zum Beispiel welchen Anteil die regionalen Bestandteile am eigentlichen Produkt haben. Nicht nur in herkömmlichen Supermärkten und Discountern gibt es regionale Produkte, sondern auch in Bio-Läden, oder Bio-Supermärkten, kann man sich darauf verlassen, dass die Produkte regional sind.

Doch die Kennzeichnung ist nicht immer einheitlich, und vor allem nicht verpflichtend für die Hersteller. Auf dem Wochenmarkt, bei frischen Waren ist eine Kennzeichnungspflicht für das Herkunftsland gesetzlich festgelegt. Im Supermarkt ist diese Kennzeichnung allerdings keine Pflicht. Außerdem kenne auch ich das Problem, dass die vielen Labels und Kennzeichnungen einen irgendwann nur noch verwirren. Vor allem unabhängige und verpflichtende Labels würden beim Einkauf weiterhelfen. Denn dadurch, dass der Begriff „Region“ nicht gesetzlich festgelegt ist, können Hersteller natürlich damit werben.

Ist regional immer besser?

Unter regionalen Produkten stellen wir uns frische, qualitativ hochwertige, gesunde Produkte vor. Wir wollen lokale Hersteller unterstützen und die Umwelt weniger belasten. Leider ist dies bei regionalen Produkten nicht immer der Fall. Denn wenn Produkte zum Beispiel den ganzen Winter über gelagert werden müssen, ist auch dies in der CO2-Bilanz nicht gerade gut für die Umwelt. Hier gleicht sich sogar ein langer Transportweg per Schiff oder Flugzeug von Übersee aus. Aber vor allem wenn man auch auf die Saison von verschiedenen Obst und Gemüsearten achtet, ist Regionales oft besser im Geschmack, besser für die Umwelt und frischer. Hier kann man sogar sparen, denn regionale Lebensmittel müssen nicht unbedingt teurer sein. Ganz entgegen der Erwartung.

Regionale Produkte sind für uns alle verfügbar. Vor allem seit die Supermärkte und Discounter den Trend erkannt haben, und regionale Produkte von Herstellern aus dem Umkreis führen, zum Beispiel Kartoffeln vom Bauern neben an, oder Milchprodukte, oder Äpfel, kann man bei den Produkten darauf achten, aus der Region zu kaufen. Die lokalen Landwirte und Hersteller zu unterstützen ist gut, denn so wird eine Vielfalt aufrecht erhalten. Ich greife im Supermarkt schon öfter zu regionalen Produkten, ich gucke aber vorher immer, was das Label „regional“ in diesem Fall überhaupt bedeutet.

Verschiedene, bunte Gemüsesorten

Generell ist es gut für deine Gesundheit, auf ausreichend Obst und Gemüse zu achten, um deinen Körper mit genug Vitaminen und Nährstoffen zu versorgen. Die WHO empfiehlt fünf Handvoll am Tag. Ich denke, dass dies in Verbindung mit einer ausreichenden Trinkmenge, und einem ausgewogenen Lebensstil zu deiner Gesundheit bei trägt. Allein deshalb lohnt es sich, frisches Gemüse, reif und aus der Region, zu kaufen, denn hier sind viele Vitamine enthalten. Dass wir auf unsere Umwelt achtgeben müssen, und gerade die Lebensmittelindustrie auch hier einen großen Anteil hat, wissen wir mittlerweile alle. Auch hier kannst du etwas tun! Regionale Lebensmittel, die saisonal gekauft werden, haben eine viel bessere Ökobilanz. Es ist bequem, dass alle Lebensmittel immer und überall verfügbar sind, aber wir können ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie das unsere Umwelt beeinflusst, und dass wir jeden Tag eine Entscheidung treffen können. Achte auf dich, deine Gesundheit und deine Umwelt!

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Bjarna Liv Lakämper
Ich bin Medizinstudentin aus Düsseldorf und ich schreibe über Ernährung, Sport und Gesundheit. Mit diesen Themen beschäftige ich mich schon lange, nicht nur aufgrund meines Studiums, sondern auch, weil ich aus dem Leistungssport komme. Ich bin ein sehr aktiver Mensch, ich mache nicht nur selbst Leichtathletik, sondern helfe auch beim Training der Jugend im Verein und habe ehrenamtliche Engagements. Mir persönlich ist ein gesunder Lebensstil wichtig, aber auch die Ausgewogenheit im Alltag. Aktuell helfen mir dabei kreative Aufgaben und die Verbindung zur Natur! Ich und das ganze Eatearnity-Team freuen uns auf eure Fragen und Anregungen an hello@eatearnity.com.

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