Was sind eigentlich Produkte mit „weniger Zucker“?
Bjarna Liv Lakämper - 4 min read - 16 Aug 2021
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Wenn man durch den Supermarkt geht, fällt nicht nur die oft schon aufdringliche Werbung auf, sondern auch auf den Verpackungen werden immer mehr Labels oder Bezeichnungen genannt. Doch bei vielen ist mir manchmal gar nicht klar, ob das offizielle Bezeichnungen sind, oder ob diese von dem Hersteller als Werbung genutzt werden. Als Verbraucher kann man sich hier schnell verwirren lassen. Was Studien zufolge außerdem noch für Verwirrung sorgt, sind die verschiedenen Bezeichnungen für Zuckerarten.

Wir wissen, dass Zucker ungesund ist. Zucker ist in übermäßiger Zufuhr für viele verschiedene Erkrankungen verantwortlich. In Produkten ist oft mehr Zucker drin, als wir denken, denn Für Zucker gibt es sehr viele verschiedene Namen. Doch wie soll man sich hier zurechtfinden? Darum soll es in unserem neusten Blogpost gehen.

Was sind Produkte mit weniger Zucker?

Produkte mit „weniger Zucker“-Label sind Produkte, die 30 % weniger Zucker beinhalten als herkömmliche Produkte. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass diese Produkte besonders zuckerarm sind. Hier wird lediglich ein Vergleich gezogen zu anderen Produkten derselben Kategorie. Auch das Label „ohne Zuckerzusatz“ kann eine große Menge Zucker bedeuten. Denn zum Beispiel Früchte beinhalten von Haus aus Fruchtzucker. In Produkten, die vor allem aus Früchten bestehen, ist also auch Zucker enthalten, obwohl kein Zucker zugesetzt ist. Als Verbraucher weiß man oft nicht, worauf man sich verlassen kann, denn die Produkthinweise können irreführend sein.

Ein „zuckerfreies“ Produkt ist es, wenn Mono- und Disaccharide nur von bis zu 0,5 % pro 100 Milliliter beziehungsweise Gramm enthalten sind. Diese Regelung gilt aber schon nicht mehr bei „zuckerarmen“ Produkten, jedoch dann, wenn nachträglich Süßstoffe hinzugefügt wurden. Süßstoffe sind für Diabetiker eine Möglichkeit, süße Produkte zu genießen, außerdem nimmt man so weniger Zucker zu sich. Doch alles in allem ist nicht direkt klar, welches das offizielle Label ist und wie die offiziellen Regelungen für diese sind. Da hilft nur, sich die Zutatenliste und die Nährwerttabelle anzugucken.

Wie viel Zucker kann man essen? Oder sollte man?

Die empfohlene Tagesdosis für Zucker sind 25 Gramm. Zucker ist heute fast in allen Lebensmitteln enthalten, auch in diesen, die nicht süß schmecken, denn Zucker ist ein Geschmacksträger und beeinflusst die Konsistenz des Lebensmittels. Versuch mal eine Woche darauf zu achten, ob in den Produkten, die du im Supermarkt kaufst, versteckte Zuckerquellen enthalten sind. Allein das Bewusstsein dafür hilft schon enorm, um sein Einkaufsverhalten zu ändern. Ganz nach dem Motto „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung“. Um einen Überblick dafür zu bekommen, wie viel Zucker in einem Produkt enthalten ist, hilft ein Blick auf die Zutatenliste: Wenn Zucker ganz vorne in der Liste steht, ist der Anteil auch sehr hoch.

Wie erkenne ich Zucker?

Für Zucker gibt es viele Bezeichnungen. Traubenzucker suggeriert beispielsweise etwas Gesundes, wobei Fructose, also Traubenzucker, gar nicht so gesund ist. Fructose ist für den Körper sogar noch schädlicher als Glukose (der normale Haushaltszucker), denn in hohen Mengen wird Fructose in der Leber verstoffwechselt und begünstigt so Stoffwechselerkrankungen.

In der Zutatenliste auf Produkten solltest du auf Wörter mit der Endung „-ose“ achten. Außerdem lässt mich auch „Sirup“ aufhorchen.

Bezeichnungen von Zucker oder Ähnlichem:

  • Saccharose
  • Dextrose
  • Glucose
  • Fruktose-Sirup
  • Laktose
  • Maltose
  • Malzextrakt

Die sind nur einige Beispiele von Bezeichnungen für Zucker, auf die du im Supermarkt achten kannst. Auf versteckte Zuckerquellen solltest du vor allem in Getränken achten. Hier nehmen wir viel Zucker und viele Kalorien in kurzer Zeit zu uns. Vor allem bei Softdrinks aber auch bei Kaffee-Zubereitungen ist oft viel Zucker verarbeitet. Auf Obst solltest du trotz des hohen Zuckergehaltes dennoch auf gar keinen Fall verzichten. Die Vitamine und die sekundären Pflanzenstoffe sind für deinen Körper und für deine Gesundheit essenziell.

Warum spielt Zucker so eine große Rolle?

Unsere Gesellschaft hat ein Problem mit Übergewicht. Auch wenn die gesunde Ernährung immer wichtiger wird, kann es trotzdem schwer fallen im Überfluss von Lebensmitteln den Überblick zu behalten. Manche von uns sind seit Kindertagen damit beschäftigt, das belastet natürlich auch die Psyche. Wir sollen uns alle wohl fühlen in unseren Körpern. Dennoch können ernsthafte Erkrankungen aus einer schlechten Ernährung resultieren. Unser Herz leidet darunter, unsere Gefäße und es gibt diverse Stoffwechselerkrankungen, die damit assoziiert sind. Auch Karies ist ein Problem von übermäßigem Zuckerkonsum. Zucker ist ein Nährstoff, der wenig effizient ist. Damit meine ich, dass Zucker eine hohe Kaloriendichte auf wenig Menge hat. Zucker macht nicht besonders satt und führt zu Blutzuckerspitzen. Gleichzeitig nehmen wir viele Kalorien damit zu uns. Seit dem letzten Jahr gibt es den Nutri-Score als grobe Orientierung für gesunde Produkte im Supermarkt. Dieser hilft vor allem bei Komplex verarbeiteten Lebensmitteln den Überblick zu behalten.

Unsere Gesellschaft sollte sich aus der Diät-Kultur befreien. Eine gesunde Ernährung ist wichtig, aber genauso wichtig ist das Bewusstsein für seinen Körper und seine Gesundheit. Die Ernährung hilft dabei, sein Gewicht zu halten und dem Körper etwas Gutes zu tun. Bewusste Ernährung fängt beim Einkaufen an. Nimmst du bewusst wahr, welche Produkte du auswählst oder achtest du auf die Nährstoffe und zum Beispiel den Zuckergehalt? Immer nur mit „Verboten“ umzugehen, macht keinen Spaß. Erlaube dir hin und wieder das, was du gerne isst und experimentiere in deiner Küche, was dir schmeckt und Spaß macht.

Nicht zu vergessen ist, dass Zucker ein Suchtpotenzial beinhaltet. Bei den verarbeiteten Lebensmitteln, die wir tagtäglich zu uns nehmen, sind wir wahrscheinlich alle von Zucker abhängig. Zucker aktiviert unser Belohnungssystem im Gehirn, dadurch fühlen wir uns gut, aber wir wollen auch immer mehr. In Anbetracht der Tatsache, dass Zucker unserem Körper gar nicht gut tut, macht es Sinn, seinen Zucker-Konsum zu überdenken.

Zucker spielt in unserer Ernährung in vielerlei Hinsicht eine große Rolle. Ich wollte in diesem Blogpost verschiedene Bezeichnungen von Zuckerarten aufzeigen, um dir im Supermarkt zu helfen! Auch den Überblick über verschiedene Labels zu behalten ist nicht immer einfach - eine Orientierung zur gesunden Ernährung gibt dir der Nutri-Score. Wenn du auf deinen Zuckerkonsum achten möchtest, beginne doch damit, in der Zutatenliste zu gucken, an welcher Stelle Zucker als Zutat steht (hoffentlich nicht allzu weit vorne). Schön, dass du auf dich und deine Gesundheit achtest!

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Bjarna Liv Lakämper
Hallo zusammen 👋 Mein Name ist Liv und ich bin Medizinstudentin in Düsseldorf. Ich schreibe über Ernährung, Sport und Gesundheit. Mit diesen Themen beschäftige ich mich schon lange. Nicht nur aufgrund meines Studiums, sondern auch, weil ich aus dem Spitzensport komme und unsere nächsten Leichtathletikerinnen im Verein trainiere. Hört sich interessant an? Dann melde dich für Eatearnity 💸🍒 an oder schreib uns an hello@eatearnity.com.

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